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Richtig füttern, so geht's
Ein wichtiges Thema ist und bleibt die Fütterung unserer gefiederten Freunde. Wer einen Garten besitzt, freut sich oft auf den Besuch am heimischen Futterhaus, aber auch das Füttern im Park gehört dazu. Wenn ich in der kalten Jahreszeit mit der Kamera unterwegs bin, treffe ich oftmals Leute an, die altes Brot oder Brötchen an Ente, Schwan und Teichhuhn verteilen.
Was ist daran verboten?
Sicherlich fragen sich viele, was denn an Brot und Brötchen verboten sein soll. Die Vögel freuen sich doch darüber und wir essen das ja auch. Nun, das ist richtig, aber unsere Lebensmittel sind nicht für Tiere gedacht. Inhaltsstoffe wie chemische Stabilisatoren, Emulgatoren oder auch Farbstoffe machen sie haltbarer, sind aber gleichzeitig Gift für unsere heimischen Vögel. Dazu kommt eine „Überdosis" Zucker, welche Diabetes verursacht. Zu viele Kalorien und Proteine, die unter anderem zu Leberschäden (Fettleber) und Missbildungen (Kippflügelsyndrom) führen.
Was passiert eigentlich, wenn ich mein altes Brot verfüttere?
Während man die Fettleber durch eine Umstellung des Futters, sofern diese rechtzeitig erkannt und behandelt wird, noch heilen könnte, geht das bei einer Diabetes oder dem Kippflügelsyndrom nicht. Wildvögel können schlecht behandelt werden, es beginnt da schon mit dem Einfangen, was oftmals durch die örtlichen Bedingungen schwierig wird. Der Vogel müsste damit seine Freiheit aufgeben, da er ohne menschliche Betreuung nicht medizinisch versorgt werden kann. Außerdem würde ständiges Einfangen zu viel Stress bedeuten und auch das wäre tödlich.
Wenn Euch also Vögel am Herzen liegen, dann füttert das Richtige oder lasst es einfach!
Ich möchte trotzdem helfen, aber was darf ich denn füttern?
Füttern ist grundsätzlich gut, und das sogar das ganze Jahr über. Aber was darf ich denn eigentlich verfüttern? Es gibt hier viele Möglichkeiten:
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Sonnenblumenkerne (geschält oder ungeschält sind gleichermaßen gut)
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Erdnüsse, Haselnüsse oder Wallnüsse (natürlich geschält und nicht gesalzen oder gewürzt)
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Hirse
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Getreidekörner
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Fett-Kleie-Gemische
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Haferflocken (besonders beliebt bei Ente, Schwan und Teichhuhn)
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frisches Obst (Apfelhälften, Weintrauben)
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Rosinen
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Futterringe und Futterknödel
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Kokosnusshälften mit Rinderfett oder Rindertalgstücke
Im Sommer könnt Ihr zusätzlich einen flachen Untersetzer oder eine flache Schüssel mit etwas frischem Wasser füllen. Das ist eine gerne gesehene Erfrischung an sehr heißen Tagen. Bitte säubert auch regelmäßig euren Futterplatz. Eine gute Hygiene vermeidet genau wie bei uns Menschen Krankheiten. Das Futter sollte auch nicht direkt auf dem Boden gestreut werden, denn das lockt Ratten und Mäuse an.
Welche Vögel besuchen mich eigentlich im Garten?
Es kommt tatsächlich auf Euren Wohnort an. Ist dieser näher an einem Wald oder Park gelegen, kommen auch gerne Eichelhäher, Specht oder Kleiber an Euren Futterplatz. Gewöhnlich sind Sperling, Kohlmeise, Blaumeise, Schwanzmeise, Gimpel (wie unten in der Grafik gezeigt), Elster, Amsel, Rotdrossel, Wacholderdrossel, Rotkehlchen, Zaunkönig, Kernbeißer, Buchfink, Grünfink, Girlitz, Stieglitz, Erlenzeisig und Birkenzeisig als Dauergäste zu Besuch.
Das meiste Futter kostet im Zoohandel oder Supermarkt oft nicht viel. Mit nur wenigen Cent kann man eine Tüte unbehandelten Hafer im Supermarkt kaufen. In der Regel ist zusätzliches Füttern jedoch nicht notwendig, da alle Tiere instinktiv wissen, wo sie Futter finden, oder wie der Eichelhäher Vorräte anlegen. Zusätzliches Füttern schadet also nicht, solange auch das Richtige angeboten wird.
Das Brot ist nicht nur schädlich sondern enthält viele Kalorien und Proteine die großen Einfluss auf das Wachstum haben. In vielen Fällen sind die Schwungfedern schneller gewachsen als sich die Muskulatur ausbilden konnte. Es kommt zum Kippflügelsyndrom wobei die Schwungfedern seitlich aus dem Flügel wachsen oder teilweise auf dem Boden schleifen. Der Vogel wird dadurch Flugunfähig und kann im Notfall nicht vor Räuber fliehen. Wenn Ihr also Brot füttert, unterschreibt Ihr damit auch unweigerlich ein Todesurteil.
(Foto Links: Kanadagans mit Kippflügelsyndrom.)

